Libyen
Insgesamt zweimal war ich in Libyen und hoffe 2006 zur Sonnenfinsternis,
noch einmal in dieses schöne und recht ungewöhnliche Land zu
kommen.
1996 war mein erster Trip, wo ich an einer Erkundung über Tauchmöglichkeiten
in Libyen teilnahm. Wir waren, wie man dem »First Tourist Diving
Group Certificate“ entnehmen kann die ersten Tauchtouristen. Für
das leider nicht mehr existierende Tauchmagazin MEGADIVE schrieb ich damals
einen Bericht der hier auszugsweise wiedergegeben wird. 
Schon damals war mir klar, dass ich ein zweites Mal nach Libyen kommen
würde und dann mit dem eigenen Toyota. 1999/2000 war es dann so weit.
Mit zwei Geländewagen, zwei Motorräder und insgesamt sechs Personen
legten wir, innerhalb vier Wochen, an die fünftausend Kilometer zurück.
Nie gesehene Naturschönheit war der Preis der Mühe und Vorurteile
wurden täglich zuhauf begraben. Kaum jemals habe ich so viele freundliche
und hilfsbereite Menschen kennen gelernt wie hier. Von den Bewohnern der
Mittelmeerküste bis zu den Tuaregs des Akkakus Gebirges, ja selbst
das Libysche Militär half des öfteren mit Dieseltreibstoff aus
und verweigerte dabei jegliche Art von Bezahlung.
(Auszüge aus dem MEGADIVE Artikel)
Was der Durchschnittseuropäer über Libyen weiß sind meist
politisch gefärbte Schlagworte. Öl, Wüste, Ghadafi, Terrorismus
fällt einem spontan ein. Ich gebe zu mir ging es auch nicht anders.
Wollen wir andere Menschen und Kulturen verstehen, müssen wir sie
kennen lernen.
Libyen das sich seit der Machtübernahme durch Ghadafi im September
1969 dem Massentourismus verschlossen hat, wohl um die damit verbundenen
Begleiterscheinungen zu vermeiden, und von dieser restriktiven Haltung
erst langsam abrückt, ist aufgrund seiner landschaftlichen Schönheit
und seiner einmaligen historischen Sehenswürdigkeiten als Reiseland
geradezu prädestiniert. Ob Felsmalereien in Fezzan, griechische und
römische Altertümer in Cyrene, Sabratha
oder Leptis Magna, islamische Bauten aus verschiedenen Jahrhunderten oder
Naturschönheiten wie die Mandara-Seen im Wadi al Ajal, Libyen bietet
ein lohnendes Spektrum an Sehenswürdigkeiten. Dabei spielt der Tourismus
in der Libyschen Zahlungsbilanz absolut keine Rolle. Über 90% der
staatlichen Einnahmen kommen aus dem Erdölgeschäft, ein paar
kümmerliche Prozente werden mit Landwirtschaft erzielt und etwas
weniger als ein Prozent trägt der Tourismus zum Staatsbudget bei.
Geld wird allerdings auch wieder gewaltig ausgegeben, so verschlang der
Bau der gigantischen fast 2000 Kilometer langen Wasserpipeline, die einen
Rohrdurchmesser von nahezu vier Meter aufweist und durch die zwei Millionen
Kubikmeter Wasser täglich von der südlichen Wüste in den
Norden gepumpt werden, an sie 20 Milliarden Dollar.
Die Geschichte Libyens weist keine kontinuierliche Staatsentwicklung
auf. Die geografischen Verhältnisse haben durch die Jahrtausende
hindurch eine separate Entwicklung der Landesteile Tripolitanien (Westen)
Cyrenaika (Osten) und Fezzan (Süden) gefördert. Diese libyschen
Volksstämme stellten zumeist keine ernsthafte Bedrohung für
andere Reiche dar, da sie getrennt wirtschafteten und auch kaum ernsthafte
Allianzen kannten. Dies änderte sich allerdings als die Römer
Karthago besetzten und im 3 Jh.n.Ch. durch die Einführung der Pax
Romana das Gebiet des heutigen nördlichen Libyens unter ihre Kontrolle
brachten. In späterer Zeit kamen Araber, Türken, Griechen und
im vorigem Jahrhundert Franzosen, Italiener und kurzzeitig auch Deutsche.
Sie alle hinterließen ihre Spuren, sei es in einer zaghaften Christianisierung
oder in der Verwaltung, die unverkennbar italienischen Schlendrian aufweist.

Land und Leute
Als erster Satz muss hier stehen: Libyen ist ein sicheres Reiseland. Die
Chance dass ihnen etwas gestohlen wird, oder dass sie Trickdieben hereinfallen,
ist in Italien oder Spanien hundertmal größer. Sie werden auch
nicht angebettelt, selbst im Suk von Tripolis versucht ihnen niemand Parfums,
seine Schwester oder irgendsonstwas auf Hochdruck zu verkaufen. Die Libyer
sind ein freundliches Volk, stets hilfsbereit und höflich. Hier ist
es auch gelungen den Einfluss der Religion aus der Politik weitgehend
fernzuhalten. Libyens Frauen sieht man äußerst selten mit Schleier,
insbesonders die junge Generation bevorzugt europäische Kleidung.
Die jungen Leute sprechen fast durchwegs Englisch, während bei den
älteren Italienisch noch häufig verstanden wird. Sehr zu unserer
Überraschung trafen wir auch Menschen mit guten Deutschkenntnissen.
Alkohol ist in Libyen nicht erhältlich, die Einfuhr selbstredend
verboten. Die Preise sind für unsere Verhältnisse äußerst
günstig.
Libyen hat viel zu bieten: großartige Ruinenstädte der Antike,
orientalische Altstädte, gigantische Erdölförderanlagen,
abgeschiedene Oasen und natürlich auch hektische Großstädte.
Aber
auch die Schönheit der Sahara, endlose Sandstrände und eine
bunte Völkermischung versprechen dem Reisenden Eindrücke und
Abwechslung in einem Land, das sich in der Weite der Wüste verliert.
Für mehr und ausführlichere Informationen auch bezüglich
Tauchen in Libyen wenden Sie sich an: www.arkno.com
Einer der Inhaber der Firma Arkno Tours war während unserer Libyen
Tour eine wertvolle und nahezu unersetzliche Hilfe.
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